"... und wer diese Orgel gesehen und gehöret,

der ist niemals ohne Bewunderung davon

hinweggegangen."
    (Johann Christoph Altnickol 1753)



Sehr verehrte Gäste,

das Konzertprogramm 2014 an St. Wenzel steht unter der Überschrift "Faszination musikalisches Erbe". Im Mittelpunkt steht die weltberühmte Hildebrandtorgel von 1746, das Klangjuwel der Stadt Naumburg, und das Programm ist gleichsam ein musikalischer Kommentar zur laufenden Welterbe-Bewerbung der Region Saale-Unstrut mit ihrem einzigartigen Reichtum an Kulturschätzen, Kirchen, Burgen und Schlössern.

Auf unterhaltsame Weise greift dieses Thema das Kinderkonzert am 18. Mai in St. Wenzel mit der Ritter Rost Band, Burgfräulein Bö und Wenzelsorganist David Franke auf, bevor beim Internationalen Orgelsommer an St. Wenzel 2014 - jeden Freitag im Juli und August um 19.30 Uhr - renommierte Solisten und Ensembles in neun spannenden Konzerten unter dem Motto "Orgelwelten - Weltenklang. Historisches Erbe und musikalische Kosmopoliten" Musikschätze aus der Region wie auch aus aller Welt zum Erklingen bringen. Im Rahmen der hierbei angebotenen Kirchen- und Orgelführungen erhalten Sie besondere Einblicke in den Reichtum an Sakralbauten und historischen Orgeln in Naumburg. Ein Novum in diesem Jahr: Erstmals haben Sie jeweils 30 Minuten vor Konzertbeginn die Möglichkeit, die Künstler des Abends "hautnah" im Rahmen einer persönlichen Einführung in ihr Konzertprogramm zu erleben.

Am 27. und 28. September folgt dann das Da capo eines Großereignisses in der Musikgeschichte Mitteldeutschlands:
Beim Naumburger Fürstentag 1614 leitete Michael Praetorius höchst selbst in St. Wenzel die Festmusik mit über 90 Musikern, die in vier Chören von verschiedenen Emporen und Standorten musizierten - ein Prinzip, das ursprünglich aus Venedig/San Marco stammt. Zum 400. Jubiläum 2014 soll dieser Fürstentag nach historischen Überlieferungen nachempfunden werden, vom Einzug der Fürsten beim Klang der Trompeten am Nachmittag des 27. September über das historische Festkonzert um 19.30 Uhr unter Leitung von Klaus Eichhorn (Bremen), mit großbesetzter Musik von Michael Praetorius und unter Mitwirkung von Knabensolisten des Thomanerchores Leipzig, bis hin zum Festgottesdienst am Sonntagmorgen 10.00 Uhr mit anschließendem Auszug der Fürsten.

"Faszination liturgisches Erbe" heißt eine Gottesdienstreihe, die sich in diesem Jahr an St. Wenzel den liturgischen Hauptstücken des Gottesdienstes widmet. Dabei kommen auch Werke verschiedenster Komponisten zu Gehör, etwa die drei großen Bearbeitungen aus Johann Sebastian Bachs "Drittem Teil der Clavierübung" über das Naumburger Kyrie aus der "Ordnung der Ceremonien in der Pfarkirchen zu Sanct Wentzel" von 1537.

Ebenso wird beim Konzert mit Ludwig Güttler und dem Leipziger Bach-Collegium am 22. Oktober in St. Wenzel das Motto "Faszination musikalisches Erbe" lebendig erlebbar, wie auch bei einem Meisterkurs für Organisten vom 12. bis 17. August in St. Wenzel und St. Marien-Magdalenen Naumburg und in der Thomaskirche Leipzig.

Weiterhin lade ich Sie, gemeinsam mit meinem Kollegen Espen Melbö, ein zur beliebten Reihe der Mittagskonzerte "Orgel punkt Zwölf", von 1. Mai bis 31. Oktober jeden Mittwoch, Samstag, Sonntag sowie feiertags 12 Uhr in St. Wenzel, sowie zu den vielfältigen Abendkonzerten zum Kirchenjahr.

Auf Ihr Kommen und die musikalische Begegnung freut sich

Wenzelsorganist David Franke

 

Orgelabnahme
durch Bach und Silbermann